Von Hühnergöttern und schönem Wetter
Immer eine Reise wert ist die Ostsee. Dieses Mal ging es nach Rügen und auf den Darß. Rügen ist eine wunderschöne Insel, und das Wetter spielte auch mit, es war immer schön warm, blauer Himmel, ab und zu Schönwetterwolken, klare Luft, leichter Wind, so wie man sich das von einem Urlaub dort oben erhofft. Der einzige Punkt auf der Negativ-Seite waren ein paar aus den Süden angereiste nervtötende Stereotyp-Schwaben, die mit Zutaten vom Frühstücksbuffet ihre Brote für den Tag schmieren, abends erst duschen wenn sie gegessen haben und 4 Kilo abnehmen, weil sie Halbpension gebucht haben und deshalb tagsüber nichts – außer den morgens geschmierten Broten – essen, um Geld zu sparen. Und ein kleiner Wehrmutstropfen bestand darin, dass am Strand von Vitt kein einziger Hühnergott zu finden war, vermutlich weil schon alle von früheren Besuchern, ich nenne mal keine Namen, aufgesammelt worden waren.
Eindrücke:
1000 Höhenmeter mit links
Und wieder ging es 1000 Höhenmeter rauf und am nächsten Tag wieder runter. Dieses Mal hatte ich aber nur ein bißchen Muskelkater und Kniekehlenschmerzen, heute, am 2. Tag danach, geht es mir schon wieder gut. Vom Garmischer Klettergarten aus ging es über die Esterbergalm (Klasse Kaiserschmarrn) zur Weilheimer Hütte (Super Rotwein, super Nussecken) auf 1955 m und nach einem leckeren Abendessen auch noch auf den Gipfel des Krottenkopfs, dem mit 2086 m höchsten Berg der Bayrischen Voralpen.
Eindrücke:
Filed under (weit) angereist, abgebissen - ausgetrunken, abgekämpft, aus dem leben | Comment (1)Bier des Monats [Mai]
Eigentlich ist jetzt ja Zeit für Mai-Bock, ich habe aber dieses Jahr noch keines getrunken. Ist ja bisher auch gar kein richtiger Mai, da fällt auch das Bier trinken einigermaßen schwer.
Dafür lernte ich ein richtig gutes fränkisches Bier kennen: Das “Helle Landbier” aus der Kohlenmühle in Neustadt an der Aisch. Süffig und schmackhaft und, wie alles in dieser Gegend, unglaublich günstig. Bei der ersten Runde mussten wir nachfragen, ob die Bedienung auch alles zusammen gerechnet hatte…
Ein Besuch dort lohnt auch, das Gelände ist richtig schön hergerichtet, man kann dort auch überanchten, es gibt einen eigenem Bäcker und einen Biergarten, den wir leider nicht ausprobieren konnten, weil das Wetter nicht mitmachte. Hier noch eine Beschreibung:
“Das Bier-Wunder von Neustadt – Was früher noch eine trostlos-baufällige alte Getreidemühle war, erstrahlt seit 10. Januar 2005 in neuem Glanz als Gasthausbrauerei allererster Güte. Inhaber und gelernter Braumeister Lothar Hufnagel und seine langjährige Partnerin Inge Eberlein haben ein wirkliches Kleinod geschaffen. Das leckere Landbier oder sein Weizen-Pendant Kohlenstoff genießt man entweder im Innenhof der Hufeisenförmigen Mühle oder dem verpachteten Biergarten auf der Aischinsel hinter dem Haus. Allerdings sitzt es sich auch zwischen den Braukesseln in der Scheune äußerst originell.”
Quelle: http://www.bierfranken.eu/brauerei-detail.php?id=223
Speaking of… low budgets
Durch den interessanten Beitrag “How low can you go” im Blog des “friendly anarchist” ist mir meine Low-Budget-Reise nach England im Jahr 1994 wieder eingefallen. Es war eine meiner schönsten Reisen, auch wenn ich, da ich zum ersten Mal im Leben ganz alleine unterwegs war, nach 5 Tagen unheimliches Heimweh hatte. Alles in allem kostete der Trip ziemlich genau 1000 DM, denn mehr hatte ich nicht zur Verfügung. Aber ich wollte nach England, und niemand wollte mit. Von diesen 1000 DM bezahlte ich Flug, Bahn- und Busreisen, Festival-Ticket, Unterkünfte und Essen. Letzteres gab es natürlich nicht so oft, aber das war auch nicht so wichtig. Ich lernte einige interessante Leute kennen, die ähnlich wie ich unterwegs waren. Das war viel wichtiger. Die Route verlief von London Heathrow direkt nach Reading zum WOMAD-Festival, von dort aus nach Bath, dann Salisbury, Southhampton, Brighton und am Schluss noch 2 Tage London. Interessant sind sicher auch die Bilder von damals:
Alles in allem war es ein toller Trip und ich bin immer noch froh, dass ich ihn gemacht habe.
Filed under (weit) angereist, abgebildet, abgerockt, aus dem leben, aus dem nähkästchen | Comments (2)Schneereise
Ok, ich wollte Schnee sehen. Mir war irgendwie danach. Nicht nur 10 cm ungeschlossene Schneedecke, sondern richtig viel Schnee. Also fuhren wir nach Oberstdorf und fanden den Schnee. Am ersten Tag kam er von oben, ununterbrochen, so dass es nicht möglich war, sich länger draußen aufzuhalten. Schließlich ließ es nach und wir konnten uns rauswagen und den Ort anschauen, sowie etwas essen gehen. Hab dort natürlich auch wieder etwas leckeres für meinen Gaumen bzw. meine Leber gefunden… Am nächsten Tag schien sogar die Sonne und wir konnten hoch auf den Berg fahren. Oben machte ich mich auf, einen Winterwanderweg zu erkunden. Leider fand ich das Warnschild “Achtung, Sie befinden sich im Hochgebirge” erst _nachdem_ ich bis zur Hüfte im Schnee versunken war und jeder Schritt mich tiefer einsinken ließ. Nach einigen Panikattacken und mit großer Kraftanstrengung konnte ich mich befreien, und wusste nun, warum Mama nicht mitkommen wollte. Weil sie nämlich immer recht hat. Trotzdem zwang ich sie dann dazu, mit mir noch einen anderen, kürzeren Weg zu gehen, was aber in Anbetracht von -15 Grad und Wind nicht sehr nett von mir war und sie zu Recht jammerte.
Zum Glück hatte sie sich am Tag vorher eine winterfeste Jacke gekauft, da sie ohne eine solche hergekommen war (und ohne warme Handschuhe). Mir war dann auch sehr kalt, ich hatte Schnee in den Schuhen und meine Handschuhe waren von innen gefroren, und ich hatte meine Strickjacke und meinen Flachmann zu Hause vergessen. Am Ende des Tages ging es wieder nach Hause und wieder erwies sich die Jacke als die beste Errungenschaft des Wochenendes, denn im Zug (der auf dem Weg von und nach Oberstdorf ungefähr 4 mal mit 15 Minuten Aufenthalt hält) saß sie dann (als wir sitzen konnten, nachdem mit diesem Zug _alle_ Touristen Oberstdorf fluchtartig verließen und der Zug nur 3 Waggons hatte) direkt unter tropfenden Snowboards. Das war dann aber wiederum sehr lustig.
Fazit: Schnee ja, aber nur mit geeigneter Kleidung, nicht zu lange am Stück und nicht mit dem Zug hinfahren!

