some old stuff / 2005

April 6th, 2007

21.11.2005

Bei Else B. gefunden und hier nochmal abgebildet zum Zweck der Archivierung und einfach weils schön ist:

auf haende kuesst die achtung,
freundschaft auf die offene stirn,
auf die wange wohlgefallen,
selige liebe auf den mund;
aufs geschlossene aug’ die sehnsucht,
in die hohle hand verlangen,
arm und nacken die begierde,
ueberall sonst raserei.

grillparzer

4.11.2005

“ein einziger freundlicher blick macht manchmal wieder alles gut”

sportfreunde stiller, siehst du das genauso?

20.10.2005

/trage deine liebe wo sie keiner sieht
keiner sich die mühe sie zu stehlen gibt
es ist unwahr wenn sie sagen
du musst jeden schmerz ertragen/

roland kaiser

18.10.2005

Gutenberg en:
[...] Such is the influence which the condition of our own thoughts, exercise, even over the appearance of external objects. Men who look on nature, and their fellow-men, and cry that all is dark and gloomy, are in the right; but the sombre colours are reflections from their own jaundiced eyes and hearts. The real hues are delicate, and need a clearer vision.

[...] Solchen Einfluss übt unsere Stimmung auf Außendinge. Die Menschen, die in der Natur und an ihren Nächsten alles trübe und düster sehen, haben recht; aber diese dunklen Farben sind nur der Widerschein ihrer kranken Seele.

Meine Ausgabe:
[...] Solch großen Einfluss hat der Zustand unseres eigenen Gemüts selbst auf das Erscheinungsbild äußerlicher Dinge. Wenn Menschen beim Betrachten der Natur und ihrer Mitmenschen in ein Geschrei ausbrechen, dass alles trübe und düster sei, so haben sie Recht – aber die dunklen Farben sind die Widerspiegelung ihrer eigenen scheelsüchtigen Augen und Herzen. Die wahren Farben jedoch sind licht und zart und erfordern einen ungetrübten Blick.
Kapitel 34

13.10.2005

Im Moment lese ich “Oliver Twist” von Charles Dickens und komme immer noch nicht aus dem Staunen heraus, was dieser Mann schon 1838 von sich gegeben hat. Meine absolute Lieblingsstelle, die ich bereits an anderer Stelle zitiert habe, sei der Vollständigkeit halber noch einmal aufgeführt:

“[...] Es gibt einen Dämmerzustand zwischen Schlafen und Wachen, in dem man mit halb offenen Augen und halbem Bewusstsein dessen, was um einen herum vorgeht, innerhalb von fünf Minuten mehr träumt als in fünf Nächten, wenn die Augen fest geschlossen und die Sinne von völliger Bewusstlosigkeit umhüllt sind. In diesem Stadium weiß ein Mensch von dem, was seine Seele vermag, gerade genug, um sich eine schwache Vorstellung von ihren gewaltigen Kräften zu machen, mit denen sie sich von der Erde lässt und Zeit und Raum überwindet, sobald sie aus den Fesseln des Körpers befreit ist.

Dazu kommen nun zwei weitere faszinierend schöne Stellen, in englisch, weil die Übersetzung im deutschen Gutenberg-Projekt das meiste, und unglücklicherweise das beste, weglässt:

[...] The boy stirred, and smiled in his sleep, as though these marks of pity and compassion had awakened some pleasant dream of a love and affection he had never known. Thus, a strain of gentle music, or the rippling of water in a silent place, or the odour of a flower, or the mention of a familiar word, will sometimes call up sudden dim remembrances of scenes that never were, in this life; which vanish like a breath; which some brief memory of a happier existence, long gone by, would seem to have awakened; which no voluntary exertion of the mind can ever recall.
(Kapitel 30)

[...] The memories which peaceful country scenes call up, are not of this world, nor of its thoughts and hopes. Their gentle influence may teach us how to weave fresh garlands for the graves of those we loved: may purify our thoughts, and bear down before it old enmity and hatred; but beneath all this, there lingers, in the least reflective mind, a vague and half-formed consciousness of having held such feelings long before, in some remote and distant time, which calls up solemn thoughts of distant times to come, and bends down pride and worldliness beneath it.
(Kapitel 32)

6.9.2005

“All love is unrequited. All of it.”
B5, Susan Ivanova.

Londo: “…And stop eating that. You don’t even know what it is.”
G’Kar: “It’s rice.”
Londo: “Yeah, and if it were so good, they wouldn’t throw it at people.”
B5, Londo und G’kar nach der Hochzeit von Delenn + Sheridan

12.5.2005

hot like hell, red like hell’s floor

Gerade draußen gewesen und mir was zu essen besorgt. Draußen schlägt einem heißer Wüstenwind ins Gesicht, da bin doch froh wieder in meinem mit ca. 17 Grad wohltemperierten Büro zu sein. Wegen Zeitmangel hat es nur zu einer Currywurst mit Pommes gelangt (Hoffentlich liest das Mama nicht, sie hat mich zu absoluter vitaminbasierter Ernährung aufgefordert und ich habe es versprochen. Currywurst ist dabei absolut untersagt. Aber Mama ist derzeit auf Kos und nicht im Internet.).
Dieser plötzliche Hochsommerauftritt hat mir schon einen Sonnenbrand (linker Arm) gebracht. Mal sehen was als nächstes kommt. Immerhin hab ich jetzt was, was ich Mama zeigen kann, wenn sie am Mittwoch vom Urlaub wiederkommt. Gleich am Flughafen werd ich sagen: “Kuck und etwas Farbe habe ich auch schon bekommen!” (Zurückführen auf vitaminreiche Ernährung und viel Bewegung an der frischen Luft natürlich.) Die Realität wird aber so aussehen, dass ich gar nichts sage, weil ich neben ihr wie ein Toastbroat im Regen aussehen werde.

6.5.2005

The falling leaves drift by the window
The autumn leaves of red and gold
I see your lips, the summer kisses
The sunburned hand I used to hold
Since you went away the days grow long
And soon I’ll hear old winter’s song
But I miss you most of all, my darling
When autumn leaves start to fall

30.4.2005

Wenn einer von uns stirbt, zieh ich nach Sylt.

(aus einem Buch von Elke Heidenreich)

27.4.2005

Joseph v. Eichendorff: Der Abend

Schweigt des Menschen laute Lust:
rauscht die Erde wie in Träumen
wunderbar mit allen Bäumen,
was dem Herzen kaum bewusst,
alte Zeiten, linde Trauer,
und es schweifen leise Schauer
wetterleuchtend durch die Brust.

24.4.2005

Ein wunderschönes Gedicht von Herrn Kästner:

Kleines Solo

Einsam bist du sehr alleine.
Aus der Wanduhr tropft die Zeit.
Stehst am Fenster. Starrst auf Steine.
Träumst von Liebe. Glaubst an keine.
Kennst das Leben. Weißt Bescheid.
Einsam bist du sehr alleine -
und am schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit.

Wünsche gehen auf die Freite.
Glück ist ein verhexter Ort.
Kommt dir nahe. Weicht zur Seite.
Sucht vor Suchenden das Weite.
Ist nie hier. Ist immer dort.
Stehst am Fenster. Starrst auf Steine.
Sehnsucht krallt sich in dein Kleid.
Einsam bist du sehr alleine -
und am schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit.

Schenkst dich hin. Mit Haut und Haaren.
Magst nicht bleiben, wer du bist.
Liebe treibt die Welt zu Paaren.
Wirst getrieben. Musst erfahren,
daß es nicht die Liebe ist …
Bist sogar im Kuss alleine.
Aus der Wanduhr tropft die Zeit.
Gehst ans Fenster. Starrst auf Steine.
Brauchtest Liebe. Findest keine.
Träumst vom Glück. Und lebst im Leid.
Einsam bist du sehr alleine -
und am schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit.

23.4.2005

Der, der ich bin, grüßt wehmütig den, der ich sein möchte.

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22.4.2005

Heute etwas schwermütig. Ich habe das Gefühl ich hätte mein Leben verpasst. Ist das normal kurz vor 30? Gestern abend zufälig einen Blick auf meine Hände geworfen und gedacht: Mann, sind die alt geworden. Dann gemerkt dass die tiefen Furchen auf den Handrücken von den Rillen des Sofabezuges stammten, weil ich die ganze Zeit draufgelegen hatte – noch mal Glück gehabt.
Ansonsten einen guten Abend verbracht, bei Mama zum Reste essen gewesen, Wein getrunken und ein bißchen miteinander gelacht, dann heim (“Hey, danke fürs Essen!” – “Ach, ich bin froh wenn es weg ist….”), dann 1 Folge NCIS und 2 Folgen Babylon 5 auf DVD. Erst jetzt im O-Ton entfaltet sich der Wortwitz der Dialoge:
- “Any comments on this, anyone?”
- “Does the term ‘no way in hell’ ring a bell?”


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